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Historie

Geschichte

Altenthann (Alter Tannenwald) verdankt sein Entstehen einem Schloß. Im 12. Jahrhundert wird als Besitzer des Schlosses Otto von Altenthanna genannt.
Da die Bedeutung des Schlosses gering war, entwickelte sich erst im Laufe des 17. Jahrhunderts aus dem kleinen Dörfchen ein ansehnliches Dorf.

Seit 1989 ist in Altenthann das Heimatmuseum des Landkreises Regensburg eingerichtet.

Zu der Gemeinde Altenthann gehören heute auch die Ortsteile Pfaffenfang, Lichtenwald und Forstmühle.
Der Ort hat derzeit ca. 1.500 Einwohner.

  

Auszug aus dem Buch "Die Oberpfalz" über die Geschichte von Altenthann (Fritz Forster)

Mit Bestimmtheit lässt sich behaupten, dass das verkehrstechnisch etwas abseitig gelegene, aber landschaftlich überaus reizvolle Pfarrdorf Altenthann im bayerischen Vorwald seinen Ursprung aus regensburgisch-bischöflichen Verleihungen geschöpft hat.

Nicht anders wie die in seiner nahen Umgebung liegenden Ortschaften Adlmannstein, Bernhardswald, Brennberg, Lichtenberg und das nun zur Gemeinde Altenthann gehörende Lichtenwald mit allen zugehörigen Dörfern, Weiler und Höfen war Altenthann ein Urbestandteil des wilden Staufer Forstes.
 

Erst aus der Belebung dieser ausgedehnten Waldwildnis vor vielen Jahrhunderten, durch Schaffung von "Colonien", das heißt von Siedlungen und durch Verleihungen an "Adelige" zog das Hochstift zu Regensburg in der Folgezeit größeren Gewinn. Verständlich, dass bis zur Erschließung der Ertrag aus dem Verkauf von Holz aus dem Staufer Forst sehr gering war, "weil damals, wo nirgends Mangel an Holz war, selten Geld daraus zu gewinnen war".

Mit dem Jahre 914, als König Konrad I. (911 bis 918) den wilden Staufer Forst dem Regensburger Bischof Tuto (894 bis 930) zum Geschenk machte, nahm die teilweise Urbarmachung ihren Anfang. Unter Tutos Nachfolgern wurde sie vorangetrieben. Unweit von Altenthann, das soviel wie "Siedlung im alten Tannenwald" bedeutet, weisen vor allem die Ortschaft Reiting und die Einöde Roithof auf die Rodungstätigkeit in diesem Gebiet hin.

Einem Schloß, das vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut wurde, verdankt der Vorwaldort Altenthann seine Entstehung. Eine alte Schloß-Beschreibung, die etwa aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, zeigt uns die wechselvolle Geschichte dieses Edelsitzes auf:

"Das Schloß und dessen Zugehoerungen befinden sich annoch in gutem baeulichen Standt. Immerzu hat dise Hormarch die Veraenderung der Herrschaften belaestiget. vor disem haben selbige inngehabt die Herren Zenger / nachgehends ist die Erb: und respective Kaeufflich an Herrn Hannß Wolf Haunolden von Merwang / darauff an zwey Herren Riederer von Paar /folgends an Herrn Johann Heinrich Reitthorner von Schoelnach: und letztens Anno 1664 von disem an das Closter Frauenzell Kaeufflich kommen. In Feinds-Zeiten ist dises Schloß sambt dessen maisten Documenten / warunder sehr vil sogenant Zengerische Lehen-Sachen gewesen / totliter abgebrennt / und ruiniert hinnach aber durch obbenambßten Herrn Reitthorner wider aufgebaut worden."

Erstmals wir ein Otto de Altentana urkundlich erwähnt, und 1171 hatte ein Hartwich de Lichtenberge die Altenthanner Schloßherrschaft inne. Ihm gehörte auch die nahe gelegene Veste auf dem Lichtenberg, die noch nach 1343 im Besitzes dieses Edelsgeschlechtes der Lichtenberger war. Nach dieser Herrschaft übernahmen die Hohenfelser die Altenthanner Güter, die schließlich durch Verkauf im Jahre 1267 an Bischof Leo von Regensburg übergehen. 1271 erscheinen die Chamerauer in Altenthann, deren Stammschloß am Regen unweit von Cham lag, und die ihre Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert hatten. bedeutungsvoll für den Vorwaldort Altenthann war das Jahr 1378. Auf Bitten der Edlen ulrich und Friedrich von Chamerau zeichnete Bischof Konrad die bisher zu Thumstauf gehörige Filiale Altenthann mit den Pfarrrechten aus. Schließlich übernahm das weitverzweigte und mannhafte Geschlecht der Zenger um 1400 die Altenthanner Schloßherrschaft. Parzifall und Wolfang Zenger ließen 1466 die St.-Michaels-Kapelle erbauen, die als Vorläuferin der heutigen Pfarrkirche anzusehen ist. Der Sohn Wolfangs, Michael, wohl der bedeutendste unter den Zengern, fand in Altenthann seine letzte Ruhestätte. Erwähnenswert bleibt, dass dieser wackere Ritter eine bedeutende Rolle im Landshuter Erbfolgekrieg (1504 bis 1505) spielte, als ein starker böhmischer Heerhaufen über Regensburg gegen Wenzenbach zog, um die nahe Burg Schönberg zu erobern.

1590 erlischt Hanns Wolf dieses Edelsgeschlecht der Zenger. In der Folgezeit erwerben die Herren Haunold von Merwang, die von Rieder und Reitthorner die Besitzungen um Altenthann.

Während des dreißigjährigen Krieges brach großes Leid über Dorf und Schloß Altenthann herein. Die Schweden - von Thumstauf herkommend - durchzogen plündernd das Vorwaldgebiet und steckten 1634 das Schloß in Brand. Johann Heinrich Reitthorner baute es wieder auf und verkaufte es 1664 samt Ortschaft und Hofmark an das einige Kilometer entfernt liegende Benediktinerkloster Frauenzell, von wo aus bereits seit dem Jahre 1628 die seelsorgerische Betreuung Altenthanns ausging und 175 Jahre währte.

Erst durch die Säkularisation 1803 wird Altenthann vom Kloster Frauenzell losgelöst. Die Seelsorge ging auf Weltpriester über. Diese bekamen vom Staat als Entschädigung für die in ihrem Gebiet eingezogenen Pfründe Gehaltszuschüsse, die im sogenannten Organisations-Rescipt vom Jahre 1805 fixiert sind.

Anno 1712 wurde eine Pfarrkirche errichtet, die nach dem Brande von 1832 rasch aufgebaut wurde und in den Jahren 1905/06 eine wesentliche Erweiterung unter H. H. Pfarrer Joseph Schweiger erfuhr. Über ein Vierteljahrhundert wirkte dieser äußerst tatkräftige Priester segenreich in Altenthann. Dem Besucher bietet sich heute ein imposantes Gotteshaus, das mit seinem Zwiebelturm weithin in die Gegend grüßt.

Die wechselvolle Geschichte Altenthanns wäre unvollständig, wollte man nicht das Jahr 1742 erwähnen, wo im österreichischen Erbfolgekrieg französische Soldaten - von Kürn herkommend - die Ortschaft durchzogen. Auch 1809 waren es die Franzosen, die nach der Schlacht bei Abensberg und Eggmühl die geschlagenen Österreicher über Kürn, Altenthan und Frauenzell verfolgten und unsagbares Leid und große Armut über das Dorf brachten. Infolge seiner beglückend-schönen Lage, umgeben von einem weiten Hügelland mit Ausblick auf die großen Waldungen des fürstlichen Tierparkes und den im Nordwesten liegenden Jugenberg, ist der Vorwaldort Altenthann heute ein gern gesuchtes Wanderziel und ein Eldorado für Erholungssuchende.